Ein paar Fragen zur Positionierung

Buchcover Zur Sache Experten! Sachbuch schreiben und vermarkten

Auszüge aus dem Interview von Sachbuchexpertin Daniela Pucher (DP) mit Positionierungsexpertin Gabriele Strodl-Sollak (GSS):

DP: Liebe Gabriele, du bist PR- und Kommunikationsexpertin und coachst unter anderem auch Menschen, die sich auf dem Markt klar und deutlich positionieren wollen. Wie wichtig ist Positionierung für Expertinnen und Experten?

GSS: Mit der Positionierung erzähle ich ein Narrativ über mein berufliches Leben, meine Kompetenz. Entweder ich gestalte es aktiv oder ich lasse es geschehen. Wer sich für die aktive Variante entscheidet, spart sich in der Folge jede Menge Arbeit, weil das sogenannte Matthäus-Effekt[1] wirkt. Die Bekanntesten der Branche oder eines Themas werden immer wieder nachgefragt, egal ob es um die Plätze am Podium geht, um interessante Jobs, als Interviewpartnerin oder darum, ein Angebot zu legen. Wichtig zu wissen: Die Bekanntesten sind aber nicht unbedingt die Besten.

DP: Ein Sachbuch, so heißt es, ist die beste Visitenkarte, um die eigene Positionierung noch klarer und einem größeren Publikum bekannt zu machen. Was würdest du einer Expertin, einem Experten empfehlen, der ein Sachbuch schreiben möchte?

GSS: Klasse Sache. Wenn es um die Umsetzung geht, würde ich sie zu dir schicken. Dazu brachte es die Expertise und wozu selbst viele leere Kilometer laufen, wenn man leichter zu einem besseren Ergebnis kommt?

Parallel zur Buchentwicklung empfehle ich das Marketing für das Buch zu planen. Sonst wird „das Baby“ veröffentlicht und man kann sich die erste Auflage ins eigene Buchregal stellen oder an Familie und Freunde verschenken.

Mein Tipp: Überlegen Sie sich zwölf bis neun Monate davor: Wie generiere ich Bekanntheit und Reichweite? Welches ist meine Kommunikationsstrategie? Bin ich auf Social Media zuhause oder baue ich dort während des Schreibejahres ein Netzwerk auf? Wie sieht die Webpage zum Buch aus? Publiziere ich Textausschnitte und Snippets noch bevor das Buch erscheint? Informiere ich über meine Lesungen? Bin ich eine Quasselstrippe und suche mir Auftrittsbühnen? Viele Verbände und Vereine laden ihre Mitglieder zu kostenlosen Veranstaltungen ein und laden gerne Referenten ein.

Ein weiterer strategischer Ansatz ist Medienarbeit: Welche Special Interest-Medien und Publikumsmedien interessieren sich für mein Thema? Redaktionen müssen immer schnell zu Informationen kommen. Wer in der Redaktion als Expertin oder Experte bekannt ist, hat auch später die Chance auf ein Interview. Oder Sie bieten Ihre Expertise als Kolumne in Subthemen an … Behalten Sie jedenfalls den langen Vorlauf für die Planung im Kopf. Selbst die der google- Algorithmus braucht etwas Zeit, um Ihre Webpage zu entdecken.

DP: Man liest immer wieder, Authentizität sei ein zentraler Aspekt, andere sprechen von Glaubwürdigkeit, ohne die niemand in der Karriere weiterkommt. Wie siehst du das? Und wie hängt das mit der Positionierung zusammen?

Wenn wir uns Karriere-Booster ansehen, dann geht es um die Bereiche Know-how, Kommunikation darüber, Netzwerke und Unternehmenskultur, in der ich tätig bin. Das Know-how ist immer die Essenz, die Basis und hat den größten Anteil an diesem Kuchen. Erst in der Folge geht es darum, über die eigene Kompetenz und das Know-how zu sprechen.

Mit der Positionierung treffe ich eine Auswahl, nämlich welche meiner Kompetenzen möchte ich in der Öffentlichkeit darstellen und zum Leuchten bringen. Es ist vergleichbar mit einer Lupe, die sich auf einen Forschungsgegenstand richtet. Es ist mehr da, als der Ausschnitt auf den ich fokussiere. Der Ausschnitt vergrößert sich in der Wahrnehmung, wird mehr. Bei der Positionierungsarbeit geht es um diesen Fokus. Das Bild mit der Lupe hat noch einen weiteren Aspekt. Wenn dann noch die Sonne hindurchstrahlt, beginnt sich der Gegenstand zu entzünden. So ist es auch mit der Positionierung. Sie brennen für Ihr Thema und es steckt jede Menge Kraft dahinter.



[1] Die Bezeichnung „Matthäus-Effekt“ spielt an auf einen Satz aus dem Matthäusevangelium aus dem Gleichnis von den anvertrauten Talenten: „Denn wer da hat, dem wird gegeben, dass er die Fülle habe; wer aber nicht hat, dem wird auch das genommen, was er hat.“

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